Steinmäuerchen begrenzen Felder, Fincas, klappernde Windmühlen: Das Land rund um die Gemeinde Santanyi an der Südspitze der Insel ist flach und jede Bucht ist ein Strand.

von DAGMAR HAAS-PILWAT

Foto © picture alliance / DPA

Santanyi, die Stadt mit dem Namen des heiligen Lammes (Santi Annini) trägt noch deutlich die Spuren der Jahrhunderte, in denen vom Meer her die Piratenüberfälle drohten. Ein Rest der ehemals mächtigen Stadtbefestigung ist die Porta Murrada.

König Jaime II von Mallorca hat Santanyí im Jahre 1300 an der Stelle eines bereits vorhandenen Ortes errichten lassen. Die Altstadt mit zahlreichen Bogeneingängen wurde aus den „marès“ der umliegenden Steinbrüche gebaut. Noch heute beeindruckt das Städtchen mit seinen wunderschön leuchtenden, ockerfarbenen Bruchsteinhäusern, der Pfarrkirche und der Stadtmauer aus strahlendem Sandstein. Schnell erlangte der seither inselweit genutzte Mares-Sandstein aus Santanyi Berühmtheit. Allerorts wurde ihm die beste Qualität des auf der Insel vorkommenden Sandsteins bescheinigt. Wen wundert es also, wenn der herrlich ockergelb leuchtende Sandstein auch für den Bau der prächtigen Kathedrale La Seu in Palma benutzt wurde – und sogar im Ausland als ganz besonderes Baumaterial geschätzt wurde?

Bis auf zwei Tage in der Woche geht es in Santanyi beschaulich zu. Doch das ändert sich jeden Mittwoch und Samstag, dann ist im rund ums Rathaus Markt und der Trubel entsprechend groß. Bevor ab 10 Uhr die Busse ankommen und die Touristen durch die Gassen strömen, sollte man am besten bereits dort sein und das Leben unter den Einheimischen genießen. Besonders beeindruckend sind die Käse-, Wurst,- Obst- und Gemüsestände, man findet aber auch Süßes, Kleidung, Korbwaren, Schuhe, Blumen, Haushaltswaren und Kunstgewerbe und natürlich darf ein Salzstand der nahegelegenen Salzfabrik nicht fehlen.
An beiden Markttagen gibt es frischen Fisch in der Fischhalle, die sich etwas versteckt in der Casa Cultura  befindet. Die Halle ist nicht als solche von außen zu erkennen. Auf dem Markt befindet sich eine mobile Hähnchenbraterei – diese Hähnchen sind absolute Spitze. In der Metzgerei Obrador, gegenüber vom Stadthotel Santanyi kann man gutes Fleisch aus der Region kaufen.

Unbedingt einen großen Korb oder eine Tasche mitnehmen – das Angebot ist verlockend. Hübsche Kinderkleidung, u.a. von Petit Bateau, gibt es in der Boutique Beauvalais Santanyi, Mode und Schmuck findet im „Annagramma“-Lädchen von Marzia Glisenti: Die Italienerin näht romantische Kleider im India- Ibiza-Stil mit fließenden Stoffen aus Asien (www.annagramma.com). Wem mehr der Sinn nach ausgefallener Keramik steht, der kommt in dem kleinen, aber sehr besonderen Laden Terra Cuita Ceramics in einer der kleinen Seitenstraßen auf seine Kosten. Das Keramikkunsthandwerk wird seit fünf Generationen innerhalb der Familie weitergegeben und heute noch in der Art und Weise gefertigt wie es die Vorfahren (www.ceramicaterracuita.com).

Locals schließen an den Marktbesuch noch einen Kaffee oder ein Frühstück an, wozu die vielen Cafés entlang der Verkaufsstände einladen.
Aber auch ohne Markt lohnt sich ein Besuch in Santanyi. Wer durch die verwinkelten, alten Gassen schlendert, kann in der alten Bausubstanz noch bronzezeitliche Megalithen entdecken. Eine Besichtigung wert ist die Kirche Sant Andreu Apostol, die im 18 Jahrhundert von Antonio Mesquida erbaut wurde. Im Inneren befindet sich eine Orgel des berühmtesten Orgelbauers Spaniens, von Jordi Bosch.

ZWEI RESTAURANTS SIND BESONDERS ZU EMPFEHLEN:

Das GOLI im Herzen von Santanyi: Es besticht durch seine Atmosphäre im Restaurant und im Patio sowie durch seine internationale Küche. Man wird verzaubert vom Flair, dem geschmackvollen Interieur, den kulinarischen Köstlichkeiten und den Gästen – denn Einheimische, Urlauber sowie Stars und Sternchen aus der Musik- und Showbranche lieben dieses Restaurant.
www.goli-santanyi.com

Direkt hinter der Kirche Sant Andreu haben das Gastronomenehepaar aus dem Münsterland, Harald und Nanni Burba, bereits 2009 das CAFE BISTRO PABLO eröffnet. Seitdem ist es Treffpunkt für Künstler, Residenten, Urlauber und Einheimische der Insel. An Markttagen gibt es dort selbstgemachten Kuchen, Kaffee, Säfte und die „Pablonis“ – leckere überbackene Toast zu genießen. Besonders beliebt sind die „Pablonis", leckere gefüllte Toasts. Das Besondere am Bistro Pablo ist,  dass sich das Lokal über zwei Gebäude erstreckt: Einmal das sanierte Stadthaus mit Küche und kleiner Bar sowie der zum wunderschönen Patio umgebaute Hinterhof auf der gegenüberliegenden Straße santanyi.
www.cafe-pablo.com

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