Autorin Bärbel Schmidt alias Dora Heldt // Foto © FRANZ SCHEPERS

Wie aus Bärbel Schmidt Dora Heldt wurde – die Geschichte eines immer neuen Identitäts-Wechsels

Auch ein Sylter Original - Strand am Fuß der Klippen // Foto © picture alliance/Westend61

von PETER LAMPRECHT

Die Lese-Premiere fürs jüngste Buch war am 20. Juni in ihrer aktuellen Heimatstadt Hamburg. Und schon am 14. Juli folgt der Friesensaal in Keitum auf Sylt – auf der Insel also, von der ihre Wurzeln stammen. „Meine große Liebe“ hat Deutschlands Königin der Romanautoren mit Herz und Humor die größte der nordfriesischen Inseln genannt. Immer wieder kehrt sie beim Schreiben zurück an die Orte ihrer Kindheit und Jugend. Menschentypen und Schauplätze, die sie dort kennen und lieben gelernt hat, geben den Romanen ihren authentischen Charakter.

Die Vertrautheit schafft den Boden für jene Leichtigkeit, mit der sich die Autorin ihren schrulligen Romanfiguren nähert. „Ich nehme sie ernst, auch wenn man über sie schmunzeln kann.“ Die Leser haben diese spezielle Mischung lieben gelernt, das Fernsehen hat inzwischen acht ihrer Bücher verfilmt. „Papa Heinz“, „Tante Inge“ und viele andere sind längst Stammgäste von Millionen Menschen am heimischen Fernseher geworden – gerade im Sommer sendet das ZDF Vertrautes von Sylt gern noch und noch einmal.

TOTE AM FUSS DER KLIPPEN
Unterdessen also reist Dora Heldt mit ihrem zweiten „Sylt-Krimi“ zu ihrem Publikum. „Wir sind die Guten“ – das ist erneut eine Geschichte um das „schrägste Ermittlerteam, das Sylt je erlebt hat“, wie der Verlag dtv ankündigt. Der schon aus Krimi Nummer eins („Böse Leute“, dtv 2016) bekannte Ex-Kripomann Karl Sönnigsen aus Westerland, seine Bekannte Helga und die berühmte Heldt-Akteurin „Tante Inge“ sind unterwegs, um den Fall eines unbekannten Toten am Fuß der roten Klippen und das Verschwinden der Mieterin Sabine zu klären. Beide Fälle haben miteinander zu tun, es gibt allerhand Spannung, natürlich aber auch die nötige Prise Situationskomik und norddeutschen Humor.

EIN DOPPEL-LEBEN
Seit 2006 schwingt Dora Heldt erfolgreich die Autorenfeder – nachdem sie zuvor schon an die 30 Jahre unter ihrem amtlichen Namen Bärbel Schmidt als gelernte Buchhändlerin und Verlagsrepräsentantin des dtv unterwegs war. „Ausgeliebt“ war ihr erster Romantitel – eine Geschichte über eine plötzlich vom Ehemann verlassene Frau, deren autobiographischen Charakter die Autorin nie verleugnet hat. „Urlaub mit Papa“ und „Tante Inge haut ab“, die frühen Romane drei und vier, brachten das Autorenpseudonym an die Spitze der Bestsellerlisten, derzeit liegt gerade wieder der Krimi „Böse Leute“ in den Buchhandlungen als „SPIEGEL-Bestseller“ auf den vorderen Tischen.

START-TERMINE IN NRW
Die Verlagsrepräsentantin Bärbel Schmidt gibt es weiterhin, sie kennt den Markt, der Markt liebt sie. Und dass trotzdem sie nicht jeden Alltagsmorgen als Berühmtheit Dora Heldt aufwachen muss – daran hat sie längst Gefallen gefunden. Auf Lesereise allerdings geht das erfolgreiche und berühmte Alter Ego, das den Namen der eigenen Großmutter trägt – auch wieder mit Terminen in Nordrhein-Westfalen, wo sie einst fünf Jahre in Bad Godesberg mit den Eltern gelebt und den Buchhändlerinnen-Beruf erlernt hatte.

DORA HELDT KOMMT MIT DEM KRIMI „WIR SIND DIE GUTEN“ ZU DEN ERSTEN NRW-TERMINEN AM 20. SEPTEMBER NACH RIETBERG („CULTURA“) UND AM 22. SEPTEMBER NACH KAMEN (STADTHALLE).

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