MITTERNACHTSSCHWIMMEN BEI DISCOMUSIK AUF DER FINCA

WDR-MODERATORIN STEFFI NEU UND IHRE FAMILIE KOMMEN OHNE DEN JÄHRLICHEN MALLORCA-URLAUB NICHT AUS. IM INTERVIEW BERICHTET DIE KESSE LIPPE VOM NIEDERRHEIN ÜBER IHRE INSEL-VORLIEBEN

Sie redet Klartext, ohne Schnörkel. Aber mit Humor und einem guten Schuss Selbstironie. So, wie diese kesse Lippe vom Niederrhein redet, würden die meisten Politiker gern reden können. Wegen der „Bürgernähe“. Die freie Journalistin und Moderatorin Steffi Neu, studierte Politologin, verheiratet und Mutter zweier Kinder, ist seit 2000 im WDR-Radio zu Hause, derzeit immer am Samstagmorgen mit ihrer „Steffi Neu-Show“ und in Abständen im alltäglichen Vormittagsprogramm. Inzwischen geht sie für WDR2 gerade auch mit einem „Kneipenquiz“ auf NRW-Tour. 2016 erhielt sie den Deutschen Radiopreis für ein Interview mit Thomas Gottschalk.

Auf der eigenen Homepage stellt Steffi Neu sich unter anderem so vor: „Ich tu’s nicht nur im Radio. Auch auf Ihrer Veranstaltung. Ob Gala-Abend, Fachtagung, Podiumsdiskussion, Kongress, Jahrestagung – gerne komme ich als Moderatorin zu Ihnen. Wenn Sie eine Frau suchen, die ernsten Themen eine angemessene Heiterkeit abgewinnen kann. Die Talkgäste nicht vorführt, sondern mitnimmt.“ Im Interview mit Myilands outet Steffi Neu sich und ihre Familie heute als bekennende Mallorca-Fans.

Myilands: 2017 waren Sie und Ihre Familie unter den zwölf Millionen Gästen, die Mallorca besucht haben. Sind Sie vier Wiederkehrer oder neu Bekehrte gewesen?

Steffi Neu: Wir sind seit zehn Jahr jedes Jahr auf Mallorca. Angefangen hat es, als die Kinder noch nicht in der Schule waren und wir gerne in Urlaub fliegen wollten. Es sollte aber nicht so weit sein. So sind wir auf Mallorca gekommen. Und dann beim Surfen im Netz habe ich eine Finca-Vermietung gefunden, die nur Häuser im Norden hat. Über die haben wir uns eine Doppelhaushälfte in erster Meereslinie in Colonia de Sant Pere gemietet. Weil es außerhalb der Saison war, war die damals noch bezahlbar. Heute ist sie auch neben den Ferien doppelt so teuer. Aber da haben wir uns in die Insel verliebt, in den Norden, in die Ecke da. Wir fahren immer wieder dahin. Der Strand, die Kneipe, das Essen…

Also steht die Insel auch 2018 auf Ihrem Plan?

Steffi Neu: Dieses Jahr sind wir in den Pfingstferien eine Woche in Petra in einem großen Haus. Zusammen mit Schwägerin und deren Familie. Insgesamt acht Menschen, das wird toll. Weil wir gerne kochen… Vor allen Dingen mein Mann, wenn irgendwo Markt ist auf der Insel, muss er dahin und kommt mit frischen Sachen wieder. Er ist auch der Weinliebhaber und kennt (fast) alle Bodegas auf der Insel – und war da auch schon.

Offenbar schreckt Sie die neue Touristenabgabe also nicht wirklich?

Nee, nicht wirklich. Weil wir auf der Insel selbst nicht teuer leben.

Was gibt den Ausschlag für Sie und ihren Mann, was für die Kinder, um sich wohl zu fühlen auf Mallorca?

Für uns ist es das Aussuchen, Flug buchen, Auto buchen (es muss auch immer der sein mit den Schiebetüren…), Packen. Beim Landen der erste Atemzug, die Luft, der Geruch, ich mag das einfach. Dieser riesige Flughafen, bei dem du glaubst, niemals komme ich irgendwo an. Aber doch. Und irgendwie kommen wir auch immer wieder raus, auf die richtige Bahn…

Aus dem virtuellen Album der Moderatorin

Sie leben auf einem Bauernhof in Uedem am Niederrhein, muss es deshalb auf den Balearen wenigstens eine Finca sein?

Immer Finca, nie Hotel. Einmal haben wir es mit einer Ferienwohnung versucht, war nichts für uns. Es sind Häuser mit riesigen Gärten, Zitronenbäumen, Olivenbäumen, da laufen Ziegen mit Glocken um den Hals. Wir sehen immer zu, dass wir einen Pool haben, weil meine Familie das „Mitternachtsschwimmen bei Discomusik“ so mag. Und weil da keine Nachbarn sind, geht das da wunderbar.

Ihr Tipp für Neulinge: Was sollte man zuerst sehen, wovon eher die Finger lassen auf ­Mallorca?

Puh. Es gibt tolle Restaurants am Straßenrand, die unauffällig sind, aber großartig. Mallorquinische, tolle Küche von Mama selbst gekocht zu einem super Preis. Dazu leckerer mallorquinischer Wein. Arca Iris ist so ein Restaurant in der Nähe von Can Picafort. Da sind wir jeden Urlaub mindestens einmal und schleppen auch all unsere Freunde dahin.

Und wie ist das bei Ihnen mit dem Smartphone im Mallorca-Urlaub – konsequente Netzdiät für alle, oder darf jeder dann doch mal naschen?

Ohne Wlan flippen uns die Kinder aus …. Bei uns gibt’s Internet. Ich bin als Freiberuflerin ja auch darauf angewiesen, zwischendurch Mails zu gucken, Nachrichten, Facebook. Mich stresst das auch nicht, ich mag das.

Was macht Sie glücklich, was nervt Familie Neu auf der Lieblingsinsel der Deutschen?

Die Wärme, die Sonne, solang es nicht zu heiss ist. Vergangenen Sommer waren wir Ende Juli da und saßen bis nachts um zwei sehr leicht bekleidet auf der Terrasse, das war kaum auszuhalten. Selbst der Pool war keine Erfrischung mehr. Also die Sonne, die damit verbundene Heiterkeit, unsere Strandbude an der Playa de Muro, mit den Füßen im Sand und leckeren Rosato trinken. Genervt …. sind wir nicht. Sonst würden wir nicht hinfahren immer wieder.
Aus dem virtuellen Album der Moderatorin

Aus dem virtuellen Album der Moderatorin

Aus dem virtuellen Album der Moderatorin

Haben Bestandteile der mediterranen Lebens­art eventuell schon Spuren hinterlassen im Alltag der Familie am Niederrhein?

Wir kochen viel frischen Fisch, frisches Gemüse, ich laufe sobald es wärmer wird mit Flipflops durchs Haus, wir haben immer mallorquinischen Wein im ­Keller, unsere täglichen Küchenschüsseln sind mallorquin und … die Sprache wird jedes Jahr besser.

Aus dem virtuellen Album der Moderatorin