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Autozug Richtung Sylt

VORFREUDE AUF OSTERN UND SOMMER 2022

MORITZ LUFT, CHEF DER SYLT MARKETING GMBH, SPÜRT SCHON VOR DEN OSTERFERIEN EINE NEUE „LUST AUF SYLT“

MYILANDS: Seit Mitte Februar gilt der Corona-­Stufenplan des Bundes und der Länder, wichtige Einschränkungen sind seit dem 20. März Geschichte. Wie sehen die Reaktionen auf Sylt aus?
MORITZ LUFT:
Die Diskussion darüber hat schon im Vorfeld dazu geführt, dass unsere Hoteliers und Privatvermieter sich gründlich auf den Saisonstart zu Ostern vorbereiten konnten. Auch Gastronomen und Einzelhändler rechnen nicht mehr mit spürbaren Einschränkungen. Wir können also davon ausgehen, dass dieser Start nach zwei teilweise schwierigen Jahren unter fast normalen Bedingungen klappen wird. Umso mehr, als alles diesmal planbar ist.

Hat der Buchungsansturm der Sylt-Hungrigen inzwischen begonnen?
Ja, tatsächlich sehen wir schon seit Wochen wieder ein positives Buchungsverhalten. Unsere Gäste haben Lust auf Sylt.

Die Pandemie ist allerdings nicht plötzlich verschwunden. Wie sind Sie für den Fall gerüstet, dass plötzlich wieder Hot Spots entstehen und Infektionsherde eingedämmt werden müssen?
Diese Frage könnte man beantworten mit dem Hinweis, dass wir in zwei Jahren dazu gelernt haben. Wir waren schließlich im Frühjahr 2021 Modell­region und können beispielsweise schnell wieder ein wirkungsvolles Testregime einrichten. Auch PCR-Tests werden inzwischen bei Bedarf hier vor Ort und nicht mehr in einem Labor auf dem Festland ausgewertet. Allerdings gehen die Fachleute davon aus, dass eine neue „Welle“ erst im vierten Quartal wieder drohen könnte. Und das Maßnahmenpaket dafür liegt in den Ländern bereit.

Welche Veränderungen warten auf die Residenten und die Gäste nach der kurzen stillen Winterzeit?
Die Gastronomie kann wieder mit mehr Gästen planen, die Vermieter und Hoteliers ebenfalls. Unsere Ferienprogramme und die Events unter freiem Himmel können wie geplant starten. Wir freuen uns also auf einen nahezu normalen Sylter Sommer.

Mit dem epochalen „Lanserhof“ und dem neuen Hotel „I love Sylt“ in Westerland wächst das Qualitäts-Angebot der Hotellerie nochmals deutlich – Wasser auf die Mühlen Ihres Rufes nach noch mehr Qualität statt Quantität?
Natürlich freuen wir uns über diesen Zuwachs. Das „I love Sylt“ ist als Neubau an Stelle eines Gästehauses in der ersten Reihe in Westerland entstanden – ein familiengeführter Betrieb mit hohem Anspruch, ergänzt durch erstklassige Hideaways als gefragte Rückzugsorte für ganze Familien oder größere Freundeskreise. Und mit dem „Lanserhof“ stößt Sylt in eine ganz neue, internationale Dimension der „Medical Wellness“ vor. Wie das Schwesterhaus am Tegernsee beweist, zieht dieses Konzept Blicke aus ganz Europa auf sich. Wir rechnen mit zusätzlichen Gästen beispielsweise auch aus dem skandinavischen Markt.

Sie verfolgen das Ziel, Sylt hochwertig und nachhaltig zu vermarkten, dabei die Interessen der Einheimischen und die der Gäste neu ins Geichgewicht zu bringen. Kann das unter dem Druck der neuen Freiheit schon im mutmaßlich ausverkauften Sommer 2022 gelingen?
Das ist ein Marathon, kein Sprint. Nach zwei Jahren unter Corona-Regulierungen muss das Gemeinschafts-Bewusstsein zunächst einmal neu wachsen. Die Rolle des verantwortungs­bewussten Bürgers tritt deutlicher hervor, Arbeitende und Gastgeber, Besucher und Gäste lernen neu, die Inselliebe zu leben. Wir helfen beispielsweise mit der neuen Kampagne „Inselleben“, die mit elf personalisierten Videos in den Sozialen Netzwerken für Sylt als Lebens- und Arbeitsort wirbt und dabei alle wichtigen Anlaufstellen kommuniziert. Auch die neue „Dachmarke“, unter der wir schon bald alle vorbildlich nachhaltigen Akteure auf Sylt vereinen wollen, wird uns voranbringen.

Ihre Vision für die kommenden fünf bis zehn Jahre?
Da gilt das Motto „Besseres Leben, bessere Arbeit, bessere Erlebnisse“.

Zugleich bleiben einige unveränderte Baustellen – beispielsweise die Staus auf Straße und Schiene bei der An- und Abreise. Sehen Sie da Perspektiven für neue Lösungen?
Viele arbeiten an der Optimierung, aber da brauchen wir noch Geduld. Stichworte sind beispielsweise Reservierungsmöglichkeiten für die Fahrt mit den Autozügen, was eine bessere Lenkung der Fahrgastströme ermöglicht. Oder die Klärung der Pendlerbewegungen mit der DB Regio vom und zum Festland. Oder die digitale Parkplatzführung für Anreisende, um die problematischen Suchverkehre einzudämmen. Schließlich die Möglichkeit, mit der Gästekarte An- und Abreisen in Echtzeit zu registrieren. Mit einem Satz: Alles wird leichter, wenn die Digitalisierung auf diesen Gebieten vorankommt.

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