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Donnerstag, 06. Oktober 2022
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Und plötzlich war Krise

UND INSELN WIE MALLORCA UND SYLT WAREN NICHT MEHR ERREICHBAR

von Dagmar Haas-Pilwat
REBECCA GABLÉ © Olivier Favre

REBECCA GABLÉ, die Bestsellerautorin aus Mönchengladbach, die inzwischen zwölf Mittelmeerromane geschrieben hat und von einem Millionenpublikum gelesen wird, die vor 20 Jahren Mallorca entdeckt hat, vermisst ihre Insel sehr. „Zu keiner Jahreszeit ist sie schöner als im Frühling. Lange Spaziergänge über die bunten Wiesen und leeren Strände habe ich immer besonders genossen. Und das allmähliche Erwachen der Hotels und Restaurants aus dem Winterschlaf hatte immer eine ganz besondere Atmosphäre, überall wurde gewerkelt und gepinselt, und eine freudige Erwartung der neuen Saison schien in der Luft zu liegen“, erzählt sie. Ihr macht auch die wirtschaftliche Zukunft so vieler Mallorquiner zu schaffen, „die durch das Wegbrechen des Tourismus ungewiss bis düster ist“. Die durch die Corona-Pandemie erzwungene Ruhe und Gleichförmigkeit der letzten Wochen hatten jedoch „einen eher positiven Effekt auf meine Kreativität, und ich habe mit der Arbeit an einem neuen Roman begonnen“, sagt sie. Spätestens im September hofft die Autorin in ihr Haus bei Santanyi zurückkehren zu können.

Judith Dommermuth © JUVIA

Sylt ist einer ihrer Sehnsuchtsorte. Die Insel sei ja nur ein Katzensprung vom Rhein entfernt“, sagt JUDITH DOMMERMUTH, Gründerin und kreativer Kopf der Marke Juvia, die auf Sylt mit ihrer Marke in vier Shops vertreten ist. Durch die Beschränkungen habe es sich einerseits fremd angefühlt, nicht so frei zu sein, wie wir es gewöhnt waren. „Aber ich glaube auch, dass man durch diese Auszeit alles wieder mehr zu schätzen weiß und speziell das Reisen nicht für selbstverständlich nimmt“, sagt sie. „Die Zeit des Lockdowns stellte uns Unternehmer vor unerwartete Aufgaben und Herausforderungen, mit denen wir vorher nie gerechnet hatten. Plötzlich musste man seine Business-Pläne komplett neu überdenken und anpassen, was mir aber auch die Möglichkeit gegeben hat, mich noch konzentrierter mit meinem Unternehmen zu beschäftigen, als ich das in meinem bisherigen Alltag geschafft habe. Die Krise hat uns geholfen, vieles zu hinterfragen und neu zu durchdenken, so dass wir im Endeffekt auch viel gelernt haben. Privat hat Corona mich entschleunigt, denn ich war es gar nicht mehr gewohnt, länger zuhause zu sein.“ Dennoch hat Judith Dommermuth sich oft vorgestellt, wie schön es bei dem tollen Wetter gewesen wäre, den langen Strand entlangzulaufen oder mit dem Fahrrad über die Insel zu fahren und die Seeluft einzuatmen. Auf jeden Fall fährt sie in diesem Jahr noch nach Sylt. „Der erste Gang wird an den Strand sein, der zweite dann der zur Sansibar, wo ich eine Erdbeerbowle bestelle.“

Thomas Rath © Thomas Rath / Justus Toussis

Der Düsseldorfer Designer und Unternehmer, THOMAS RATH, hat Sehnsucht nach seiner zweiten Heimat Mallorca. Anfang Juli hat er eine Reise dorthin geplant, um sich nicht nur um Haus und Boot, sondern vor allem um den Store in Andratx zu kümmern, der über ein halbes Jahr geschlossen war. „Zeit, um das schöne Leben auf der Insel zu genießen, bleibt also nicht“, erzählt Rath. „Das Reisen hat mir zwar als Inspirationsquelle gefehlt, doch meine Kreativität hat unter der Krise nicht gelitten, da mein Team und ich uns genau auf die Bedürfnisse unserer Kunden konzentrieren“, betont er. Die Idee für die Sommer-Kollektion 2021 sei noch bei der letzten Reise zum Jahreswechsel in Marrakesch entstanden. „Da ich nun Deutschland für mich als Reiseland entdeckt habe, wird es vielleicht bald eine Thomas Rath Kollektion geben – inspiriert durch die eigene Heimat. Diese Krise macht uns allen bewusst wie sehr wir uns auf das Wesentliche besinnen müssen“, sagt er.

Nicole Rose © Privat

NICOLE ROSE, Marketing-Beraterin, lebt seit 18 Jahren auf der Baleareninsel, kennt nahezu jeden Weg im Tramuntana-Gebirge und begleitet geführte Touren in die Berge.
Wie fühlt sich eine Insel ohne Touristen an? „Ich lebe ja in Puerto de Andratx, wo es nicht die „typischen” Touristen gibt, und zu meinem Erstaunen herrscht seit Öffnung der Restaurants und Bars wieder ein reges Leben. Fast jede Kneipe an der Promenade hat geöffnet, man trifft sich wie früher zum Gläschen Wein und Musik bei Mitj & Mitj oder in Tim´s Bar. Im Moment fühlt man sich auf der Insel auch sehr sicher, es gibt kaum Neuansteckungen“, berichtet sie.
„Ich sage immer, das ist derzeit wie Mallorca in den 60ern“, so Rose. „Die Touristen, die im Juli kommen, sollten zu schätzen wissen, was sie nur diesen Sommer finden, viel Platz. Lediglich 25 Prozent der Hotels sind geöffnet, also kein Gedränge in den Häfen und Restaurants. Sehr hohes Gästeniveau. Eben Qualitätstourismus.“
Die sechs Wochen absolute Ausgangssperre hat sie als schlimmste Zeit überhaupt erlebt. Die Ruhe sei zwar spektakulär gewesen, aber auch beänstigend. Als Bewegungs-Junkie musste sie sich während der Ausgangssperre etwas einfallen lassen. So wurden die 17 Stufen in ihrem Haus zum Trainingsparcour. Drei Mal pro Woche ging es eine Stunde hoch und runter im Dauerlauf. „Ziemlich öde im Vergleich zu meiner Trail-Strecke, aber immerhin etwas.“
Als sie endlich wieder raus durften – anfangs nur mit Zeitbeschränkungen zwischen 6 und 10 Uhr morgens und 20 bis 23 Uhr abends – hat sie in der Früh ihre Laufschuhe angezogen und ab in die Natur. „Bis Punkt 10 Uhr draußen sein, auf Gipfeln stehen und einfach wieder frei sein. Das war ein wirklich bewegender Moment“, erzählt sie. Im Juli fliegt Nicole für ein paar Tage endlich mal wieder heim nach Deutschland und freut sich auf ihre Eltern und Familienhund Carlos.

Regina Stahl auf Sylt © privat

Sylt ist seit Kindheitstagen ihre Lieblingsinsel. „Hier ist alles möglich. Sylt macht sychtig“, davon ist REGINA STAHL überzeugt. Die ehemalige Vogue-Redakteurin und Autorin („Zu Gast auf Sylt“ und „Vom Glück mit Pferden zu leben“ sind im Callwey Verlag erschienen) hat es sehr bedauert, beispielsweise an Ostern auf viele liebgewonnene Rituale verzichten zu müssen: auf den Eierlikör „Liebelei“ von Johannes King, auf die Schokoeier von der Sylter Schokoladen-Manufaktur, auf den Spargel aus der Lüneburger Heide im „Gogärtchen“ und auf die als Osterhasen verkleideten Kampener Wirte. „Dafür bin ich dann Himmelfahrt mit dem ersten Direktflieger nach Sylt gedüst und habe mir eine Woche frischen Wind um die Nase wehen lassen.“ Gleich nach der Landung ist sie ins „Kaamp Meren“ gegangen und hat „wachsweichen“ Spargel bestellt. Regina Stahl freut sich auf einen ganz langen Sommer auf Sylt, „auf meine Hortensien im Garten, auf den Duft von Heckenrosen und Heidekraut, auf lange Spaziergänge am Meer, auf Steinbutt mit zerlassener Butter und Meerrettich, auf Hörnumer Muscheln, auf Sylter Royal-Austern. Ich hoffe sehr, dass sich alle an die derzeit geltenden Regeln halten, denn es wäre ein Jammer, wenn die Insel wieder für Gäste gesperrt würde.

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