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VON PALMA BIS ZUM Treffpunkt der Winde

MyiLands Natur:

VON PALMA BIS ZUM Treffpunkt der Winde

Begegnungen mit der Kulturgeschichte Europas warten im „UNESCO-Weltkulturerbe“ Tramuntana
VOR ZEHN JAHREN WURDE DER NATIONALPARK SERRA DE TRAMUNTANA ZUM „WELTKULTURERBE“ ERHOBEN – WELTBERÜHMTE KUNSTWERKE IN EINEM FAST 120 JAHRE ALTEN HISTORISCHEN BAHNHOFSGEBÄUDE, AM STRASSENRAND FAST ENDLOSE ORANGEN- UND ZITRONENPLANTAGEN – UND DANN EIN ÜBER 160 KILOMETER LANGER PFAD DURCH EIN MALER­ISCHES GEBIRGE UND SPANNENDE ORTE:

von PETER LAMPRECHT

Die Rede ist vom Nationalpark Serra de Tramuntana, der seit zehn Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, eine malerische und weithin unberührte Landschaft auf Mallorca.

Der spektakuläre Lochfelsen Sa Foradada ganz in der Nähe von Deià © FUNDACIÓN MALLORCA TURISME

Von der Place d‘ Espana in der Metropole Palma aus rollt seit 1912 die historische Eisenbahn los in Richtung Soller, handgefertigte Holzwagen werden von einer Dampflok gezogen. Es geht über die 496 Meter hohe Serra d’Alfabia, man durchquert 13 Tunnel, rollt über ein Viadukt und erreicht schließlich die malerische alte Hafenstadt Soller im Nordwesten der Insel. Erster Anziehungspunkt ist im Erdgeschoss des Bahnhofsgebäudes eine Ausstellung mit Werken der Maler Pablo Picasso und Joan Mir’o. Historische Burgenbauten, die Kirche Sant Bartomeu und das Gebäude der Bank von Soller sind weitere „Hingucker“ in der Stadt. Der Hafen ist unübersehbar eine weitere Attraktion – schon seit dem 14. Jahrhundert wurden Mallorcas Zitrusfrüchte von hier aus verschifft, im 19. Jahrhundert verließen hier Tausende verarmte Bauern mit ihren Familien als Auswanderer die Insel per Schiff. Ausflügler, die neben den Zeugnissen der wechselvollen Inselgeschichte das unverstellte Natur- und Kulturerlebnis suchen, orientieren sich ab Soller an der GR 221, der Route durch die Serra Tramuntana. Wanderer können wählen zwischen vier offenen Etappen zwischen Dei’a und Pollenca. Und die Ortschaften unterwegs lassen die Besucherinnen und Besucher tief eintauchen in eine bewegte Vergangenheit, in ihre Mythen und Traditionen.

Blick in die Schlucht des „Torrent de Pareis” in der Serra de Tramuntana. © PIXABAY

VALLDEMOSSA
Eines der berühmtesten Paare der Musikgeschichte hielt sich im 19. Jahrhundert in der Karthause von Valldemossa auf – der Komponist Frédéric Chopin und die Schriftstellerin George Sand. Die Klosterzellen, in denen das Paar überwinterte, sind bis heute zu besichtigen. Sand schrieb nach dem Insel-Aufenthalt alle Eindrücke von der Insel und ihren Bewohnern nieder in dem Buch „Winter auf Mallorca“.

MIRAMAR
Das Kloster von Miramar, ebenfalls am Rand des Pfades durch das Weltkulturerbe, wurde 1226 von König Jaume II auf Antrag von Ramon Llull gegründet. Hier sollte ein Kollegium der orientalischen Sprachen entstehen, das die Mönche befähigen sollte, die damals große Zahl muslimischer Besatzer zum Christentum zu bekehren. Llull lebte drei Jahre in Miramar und schrieb hier einige seiner berühmten Werke.

Das idyllische Bergdorf Deià wird von vielen als die schönste Stadt Mallorcas bezeichnet © PIXABAY

DEIÀ
Luis Salvador (Ludwig Salvator), Erzherzog von Österreich-Toskana und begeisterter Naturforscher, der Ende des 19. Jahrhunderts auch Miramar erworben hatte, wurde 1870 ebenfalls Besitzer des Hauses Son Marroig in Deià. Er ließ das Gebäude restaurieren und zusätzlich im Garten einen neoklassizistischen Tempel zu bauen. Heute ist ein Museum daraus entstanden, das die Verdienste des Erzherzogs würdigt. Er war ein überzeugter Freund und Bewunderer der balearischen Inselgruppe und schrieb darüber ein umfassendes anthropologisches Werk: „Die Balearen in Wort und Bild“. Auch der britische Dichter und Schriftsteller Robert Graves lebte von 1929 bis zu seinem Tod in Deià. Sein Grab findet sich auf dem kleinen Friedhof neben der Kirche. Sein Haus Ca n’Alluny kann bis heute besucht werden – es wurde von der Robert Graves Stiftung erworben und wird von ihr erhalten.

POLLENÇA
Meistbesuchter Aussichtspunkt bei Pollença ist die malerische Halbinsel Formentor. Der nordöstlichste Punkt der Insel und seine wilde Steilküste mit bis zu 200 Meter hohen Klippen wird von den Mallorquinern auch als „Treffpunkt der Winde“ bezeichnet. Dort befindet sich das Hotel Formentor, von dem zwei wichtige literarische Initiativen ausgegangen sind. Der inzwischen eingestellte Formentor-Preis und der Internationale Literaturpreis Converses Literaires, der Schriftsteller aus der ganzen Welt zum Austausch auf der Insel versammelt.

Imposanter Blick auf Port de Pollença. © FUNDACIÓN MALLORCA TURISME

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