Genußwandern auf Mallorca

Mallorca ist die ideale Wander­destination. Angenehme Temperaturen, abwechslungsreiche Landschaften und ein Hochgebirge, das von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurde, machen die Insel zum perfekten Ausgangspunkt für Höhentouren mit atemberaubendem Meerblick, gemütlichen Spaziergängen durch Orangenhaine und Gipfel­besteigungen bis auf 1.300 Meter Höhe.

“NUR WAS MAN ERLAUFEN HAT, IST AUCH WIRKLICH ERLEBT”. Lieblingstouren, perfekt für den Winter:

von DAGMAR HAAS-PILWAT

Dem besonderen Reiz der mediterranen Natur ist auch Nicole Rose verfallen. Als Wahl-Mallorquinerin nennt sie die Insel bereits seit 17 Jahren ihr Zuhause und kennt nahezu jeden Weg im Tramuntana-Gebirge. Aufgewachsen mit Ski und Wanderstock im Thüringer Wald, liebt sie Bewegung, Natur und frische Bergluft auch auf Mallorca. Nicole Rose von Beruf Marketing-Beraterin vermarktet am liebsten die Wanderinsel Mallorca, gibt Insider-Tipps und begleitet geführte Touren in die Berge.
Mit dem Rucksack ist sie auf Wandertour über die Insel: Nicole Rose.

Mit dem Rucksack ist sie auf Wandertour über die Insel: Nicole Rose.

Als Wanderfan ist sie meist in der Serra de Tramuntana, einen 90 Kilometer langen Gebirgszug an der Westküste Mallorcas, unterwegs. Die raue Landschaft mit 54 Gipfeln über 1.000 Meter Höhe ist weitgehend unberührt, nur von zahlreichen Wanderwegen und einer schmalen Küstenstraße durchzogen. Pittoreske Bergdörfer vor atemberaubender Steilküste, tiefblaues Meer und wilde Ziegen bieten Stoff für einen unvergleichbaren Wanderurlaub. Aber auch ein Spaziergang durch blühende Orangenhaine oder gerade im Winter ein Strandbummel stehen ganz oben auf der Liste der Lieblingsrouten.

Wandern & Speedboot
VON PUERTO DE ANDRATX NACH SANT ELM

Die Tour vom mondänen Yachthafen Puerto de Andratx ins urige Fischerdorf Sant Elm bietet durchgängig spektakulären Meerblick bis hinüber nach Ibiza bei schönem Wetter. Zurück geht es mit dem Speedtour (im Sommer), Bus oder auf gleicher Strecke zu Fuß.
Gut ausgeschildert sind die Wege für Wanderer und Fußgänger.

Gut ausgeschildert sind die Wege für Wanderer und Fußgänger.

Der Einstieg ist am Hotel Mont Port, wo eine asphaltierte Straße in Serpentinen nach oben führt. Dann startet der Waldweg und es geht stets bergauf, den Funkturm in der Ferne als Ziel. Wenige Meter nach dem Funkturm weisen Steinpyramiden den Trampfelpfad nach rechts, der auf einen Pass führt. Der höchste Punkt der Tour ist nun erreicht und Sant Elm sowie die Insel Dragonera liegen dem Wanderer zu Füssen.
Der schlafende Drache, wie die unbewohnte Naturschutzinsel Sa Dragonera mit ihren zahlreichen Eidechsen und drei Leuchttürmen genannt wird. Der Abstieg führt anfangs über einen schmalen Pfad, der auf einen breiteren Weg führt, dem man nach links folgt. Nun geht es an größeren Abbiegungen stets rechts, Steinpyramiden weisen den Weg bergab nach Sant Elm mit seinem feinen Sandstrand und Restaurants direkt am Meer.
Entfernung: 9 km | Dauer: 3 Std. | Schwierigkeitsgrad: mittel

Entfernung: 9 km | Dauer: 3 Std. | Schwierigkeitsgrad: mittel

Tipp: Das Restaurant Vistamar serviert exzellente Paella – der perfekte Abschluss einer Wanderung.

Orangen, Zitronen & Co.
EINE LEICHTE WANDERUNG IM ORANGENTAL

Mallorca hautnah erleben: Zitrone riechen, anfassen und schmecken. Auch für Familien geeignet. Start ist in Soller, dem Hauptort im Orangental und Heimat der gleichnamigen beliebten Eisenbahn. Über die kleine Einkaufsstraße gelangt man zur traditionellen Olivenmühle Can Det und weiter in den romantischen Ort Biniaraix, inmitten von duftenden Orangenplantagen. Am alten Waschplatz führt ein Wanderwegweiser bergauf Richtung Fornalutx. Die Straße windet sich in Serpentinen durch Olivenwälder und bietet Aussicht auf den Puig Major, mit 1.445 Metern der höchste Gipfel Mallorcas. Zurück blickt man auf das Orangental, erspäht in der Ferne die markante Silhouette der Kirche von Soller und schlägt schon bald den Abstieg nach Fornalutx ein. Fornalutx zählt zu den schönsten Dörfern und bei einer Brotzeit auf dem Marktplatz weiß der Wanderer auch bald warum. Durch blumengeschmückte enge Gassen und Orangenhaine geht es auf der gegenüberliegenden Bergseite zurück nach Soller.

Entfernung: 11 km | Dauer: 3 Std. | Schwierigkeitsgrad: leicht
Größtenteils befestigte Nebenstrassen

Tipp: Ein Besuch der Ecovinyassa in Soller, wo man auf einem „Orangenpfad“ alles rund um Zitrusfrüchte erfährt, frischen Orangensaft inklusive. In der Ölmühle Can Det laufen ab November die Mahlsteine. Dann ist Olivenernte.

Klöster und der beste Rundumblick der Insel

Zwischen Llucmajor und Algaida liegt der Klosterberg „Puig de Randa“, neben dem Kloster Lluc die zweitwichtigste Pilgerstätte auf Mallorca. An den Hängen des knapp über 500 Meter hohen Berges kleben zwei Klöster wie Schwalbennester, das dritte befindet sich direkt auf dem Gipfel und bietet den wohl spektakulärsten Rundblick über die gesamte Insel.
Die ca. sechs Kilometer lange Serpentinenstraße vom beschaulichen Bergdorf Randa auf den Gipfel steht bei Radfahrern ganz hoch im Kurs. Doch auch zu Fuß macht die „Besteigung“ des Klosterberges Spaß, hat etwas Spirituelles und erfordert nur eine Grundkondition.
Klosteranlagen zwischen Llucmajor und Algaida.

Klosteranlagen zwischen Llucmajor und Algaida.

Geparkt wird in Randa, gegenüber der Kirche. Die Gipfelstraße führt durch den Ort, wir halten uns rechts und laufen über den verkehrsberuhigten Weg, vorbei am alten Waschplatz zum Ortsausgang. Nur wenige Meter danach führt ein Trampelpfad rechts ins Gebüsch und parallel zur Straße entlang eines Trockenflusses leicht nach oben. In der Hochsaison, wenn viele Autos unterwegs sind, empfehle ich diesen ruhigeren Pfad. Ansonsten kann man auch bis zum ersten Kloster der Straße folgen.
Ein Abstecher führt zum Santuari de Nostra Senyora de Gracía. Es schmiegt sich, einem Schwalbennest gleich, an die Steilwand. Die Wallfahrtskirche kann besucht werden. Ein Restaurant sorgt für Erfrischung.
Zurück auf der Hauptstraße führt rechts der Trampelpfad hinauf zum zweiten Kloster, einer Einsiedelei, die nicht komplett öffentlich zugänglich ist. Lediglich die kleine Kirche kann besichtigt werden. Im Außenbereich sind ein Picknickplatz und jede Menge Schatten mit Aussicht auf die Südküste.
Weiter geht es zurück zur Hauptstraße und stets den Steinpyramiden, die Trampelpfade neben der Straße markieren, folgen. Die Abkürzung lohnt sich, man spart Kurven. Das dritte Kloster, Santuari de Nostra Senyora de Cura, ist der Ausgucksmagnet mit Museum, Herberge und Restaurant. Mallorca liegt zu Füssen, von den Gipfeln der Tramuntana über Palma, Es Trenc und Alcudia schweift der Blick. Zurück geht es auf gleichem Weg.

Entfernung: 6,7 Km (hoch / runter) | Dauer: 2 Std.
Schwierigkeitsgrad: Leicht | Grundkondition vorausgesetzt

Tipp zur Einkehr nach der Wanderung in Randa: Celler Bar Randa, gleich neben der Kirche. Hier gibt es echte mallorquinische Hausmannskost zu fairen Preisen.

www.footprintsmallorca.com